Was siehst du?
Puppen sind ein Spiegel.
Ein Gegenüber.
Das ist etwas zutiefst Menschliches.
Für ein Kind kann im Spiel alles zum menschlichen Gegenüber werden,
seine Fantasiekräfte sind stark.
Bei mir waren es Knöpfe. Ich konnte stundenlang mit der Knopfkiste meiner Mutter spielen, und sie wurden zu allem: Menschen, Häuser, Gegenstände.
Aber an einer Puppe ist noch etwas anderes.
Sie ist einerseits eine Projektionsfläche,
andererseits aber auch etwas ganz Eigenes.
Meine Puppen sind aus Stoff, denn ich liebe textiles Material aus vollem Herzen.
Es ist der einzige Werkstoff, der uns so NAH kommen darf – wir sind unser Leben lang in Textilien gehüllt.
Die Gesichter meiner Puppen mache ich auf die klassische Weise, aus Schafwolle und mit Abbindefaden. Ich filze meine Gesichter nicht, um ihnen mehr Struktur zu geben. Ich versuche mich an der Magie der Einfachheit. Denn dort scheint – für mich – etwas Besonderes durch.
Je weniger ich konkret festlege, umso mehr Raum bleibt für die Fantasie.
Schönen Abend, ihr Lieben!
