Ich liebe meinen Garten. Darin zu arbeiten ist so entspannend. Gut, hier gibt es keinen Rasen, eher eine Wiese in wechselnden Aggregatzuständen. Aber das Wichtigste, was der Garten mir schenkt, ist Essen, und die Erkenntnis, dass Geduld eine Tugend ist.
„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“
Im Garten zu sein erinnert mich an meine Oma. Dort gab es riesige Beete voller Erdbeeren, die sich entlang des Zaunes einmal um den Garten schlängelten. Man konnte stundenlang naschen, und sie schienen nicht weniger zu werden. Ähnlich war es mit den Pflaumen, die zur Erntezeit in so großen Mengen anfielen, dass das eingekochte Pflaumenmus für drei Familien gereicht hätte. Darum wurde es auch getauscht, und zwar gegen Äpfel und Eier. Damals gab es noch viel mehr Apfelsorten, und ich erinnere mich, wie meine Mutter die Äpfel auf dem Kleiderschrank lagerte, säuberlich ausgelegt auf einer Lage Zeitungspapier. Der zarte Duft hing den ganzen Winter über im Zimmer. Read more

